© Ursula Gressmann

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Vita

Ursula Gressmann
geb. 20.09.1945
wohnhaft in Hessen
pensionierte Lehrerin

Hobbys: Schreiben, Malen, Klavierspielen, Wandern.
Schreibe auf Hochdeutsch und auf Niederdeutsch.
Veröffentlichungen in Anthologien, Zeitschriften und im Ostfreeslandkalender

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Wolkenlieder


1. Wolkenlied

An sonnigen Tagen
über mir
Zuckerwattewolken
flüchtige Schichten
gekräuselt
zarte weiße Schäfchen
die auf blauen Wiesen
grasen zwischen
Himmel und Erde
ich lausche
den leisen Tönen
der Wolkenharfe
und
ein perlmuttfarbenes
Lächeln schenkt
der Himmel mir


2. Wolkenlied

Weiße Luftkuppeln
zerfallen
Wolkenstraßen
erscheinen
die zum Himmel führen
Luftschlösser baue ich mir
im Blau
mit Türmen und Fenstern
flüchtig
veränderlich
in jeder Minute
Thermik trägt den Adler
hoch hinauf
auf diesen Wolken
können keine Götter
wohnen
und später leuchtet
hell bläulich im
weichen Dämmerlicht
die Corona des Mondes


3. Wolkenlied

Ich weiß nicht mehr
wo sich die Sonne befindet
umwölkt
der Himmelsblick
bläuliches Dunkelgrau
hinter ausgefransten
Wolkenschleppen
Regengeister klettern
empor
zwischen dunklen Bergen
leuchten einzelne blaue
Himmelsscherben


4. Wolkenlied

Einschlafen
auf bauschigen
weißen Wolkenkissen
treten in
Wolkenstapfen
die zum Himmel führen
Skywalker
zur Sonne hinauf
und Frigga spinnt
lange Wolkennetze
verziert mit zarten Ranken
Zirruswolken
hellweiße Eisfetzen
die entschweben
wankelmütig
wie Wolken sind


5. Wolkenlied

Watteschulter an Watteschulter
eine flauschige Schicht
die den Himmel bedeckt
Berge dazwischen in
geheimnisvolle
Nebelschleier
eingehüllt
Heimat der Adler
und Drachenflieger
körperlos ihre Stimmen
und in Zeitlupe
wirbeln Wolken vorüber
gleißende Eiskristalle
in den Strahlen
der untergehenden Sonne


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Tauwetter


Schlaftrunken

rinnen Tropfen
vom Dach
blass

stehen schon
Sterne über
dem Wald und
die Mondfee
gleitet heran
im silberweißen
Gewand

bald

fliegt meine
Winterseele
davon


Verheißung


Schneeglöckchen
drängen sich
aus dem Winterboden

weiße Jungfrauen
Schneeprinzessinnen

und Sehnsucht
erwacht
in meinem

noch
frostbetäubten
Herzen


Winterschlaf


Nebelhexen
tanzen im Tal

flattern

mit grauen Tüchern
die Sonne
blinzelt

durch
halbgeschlossene Lider
hinter den Wolken
hervor

im Winterschlaf

liegt noch
die ganze Welt
vermodertes Laub
auf allen
Wegen

kein Vogelruf
nur Stille

und dürre Gräser
schwanken
hin und her


Sturmwind


Wolken
jagen über mir
dahin

Gespensterpferde
bäumen sich auf
und sinken
auf den Meeresgrund
im wilden Wellentosen

Schiffe
weit draußen
auf dem Meer
ächzen und stöhnen
Sturm zerrt
an meinen Kleidern
und
Sandkörner
tanzen empor

ich lache
in dein wildes Gesicht
Sturm
küsse mich wach

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