© Ursula Gressmann

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Vita

Ursula Gressmann
geb. 20.09.1945
wohnhaft in Hessen
pensionierte Lehrerin

Hobbys: Schreiben, Malen, Klavierspielen, Wandern.
Schreibe auf Hochdeutsch und auf Niederdeutsch.
Veröffentlichungen in Anthologien, Zeitschriften, im Ostfreeslandkalender
und eigene e-books >>

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Tauwetter


Schlaftrunken

rinnen Tropfen
vom Dach
blass

stehen schon
Sterne über
dem Wald und
die Mondfee
gleitet heran
im silberweißen
Gewand

bald

fliegt meine
Winterseele
davon

Verheißung


Schneeglöckchen
drängen sich
aus dem Winterboden

weiße Jungfrauen
Schneeprinzessinnen

und Sehnsucht
erwacht
in meinem

noch
frostbetäubten
Herzen

Winterschlaf


Nebelhexen
tanzen im Tal

flattern

mit grauen Tüchern
die Sonne
blinzelt

durch
halbgeschlossene Lider
hinter den Wolken
hervor

im Winterschlaf

liegt noch
die ganze Welt
vermodertes Laub
auf allen
Wegen

kein Vogelruf
nur Stille

und dürre Gräser
schwanken
hin und her

Sturmwind


Wolken
jagen über mir
dahin

Gespensterpferde
bäumen sich auf
und sinken
auf den Meeresgrund
im wilden Wellentosen

Schiffe
weit draußen
auf dem Meer
ächzen und stöhnen
Sturm zerrt
an meinen Kleidern
und
Sandkörner
tanzen empor

ich lache
in dein wildes Gesicht
Sturm
küsse mich wach

mein schloss am meer

grau der himmel
eine blasse sonne
verankert im nebel
an der flutkante ein schloss
gebaut aus sand
in der umarmung
endloser weite
strandgutgespenster
seine bewohner
schiffbrüchiges
von licht ausgezehrt
verweht vom wind
und endlich fortgespült
vom sog der brandung
mitgerissen

nacht des raben

nachtgeräusche
vom dunkel verhüllt
schwarze schatten
gefangen in netzen
aus mondlicht
abseits der straßen
fuchsgeister
die mit glänzenden
augen lauern
ihren durst zu stillen
an der verzweiflung
wie sprödes glas
beginnt der horizont
zu splittern

zu lange schon
ist alles zu spät



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